Illustration: Moshtari Hilal (2019)
Illustration: Moshtari Hilal (2019)

Sexualität unterwegs

Langsam nimmt das offene Gespräch über Körperlichkeit und Sexualität weltweit zu. Doch noch immer können Frauen vielerorts nicht wirklich frei über ihren Körper bestimmen. Im Gespräch mit Rasha Hilwi erzählen einige davon, was sich abseits der Heimat für sie verändert hat.

Von Rasha Hilwi, 25.02.2019

Weitab von zu Hause – diesem vertrauten Ort, dessen gesellschaftliche Feinheiten wir so gut kennen – bietet sich oft eine große Chance: die Chance uns selbst noch einmal neu zu entdecken. Bei Frauen geht diese Entdeckung häufig mit einer neuen Wahrnehmung des eigenen Körpers einher. Ein Prozess, der in verschiedensten Formen Gestalt annehmen kann und der oft erst dann möglich ist, wenn wir uns weit von der „sicheren Heimat“ entfernt haben – weil diese Heimat am Ende eben doch nicht sicher war. Zunächst sind wir Fremde an neuen Orten. Mit der Zeit aber sammeln wir Erfahrungen und Selbstsicherheit und sind irgendwann bereit, auch neue Wege einzuschlagen.

Diesen Monat schreibe ich über solche Momente. Über Momente, in denen sich die Beziehung von Frauen zu ihrem eigenen Körper verändert hat, nachdem Auswanderung oder Flucht sie an neue Orte verschlagen haben. Es geht mir um die Frage, was passiert, wenn wir unsere Körper plötzlich ohne jeglichen Einfluss von außen wahrnehmen und seine individuelle Schönheit sichtbar wird. Darum, was passiert, wenn wir uns sexuellen Grundbedürfnissen hingeben, die noch immer von ewigen Tabus begleitet werden. Und wie die Distanz zur Heimat dieses Bedürfnis und die Beziehung zum eigenen Körper – in diesem Falle dem weiblichen - beeinflusst.

Das erste Mal fernab der Heimat

Um dem Thema nachzugehen, habe ich mit einer Gruppe von Frauen gesprochen, die in Berlin leben. Manche von ihnen sind freiwillig hergekommen, andere sind geflüchtet. Die Gründe ihres Kommens beeinflussen ihre Erfahrungen auf verschiedenste Weise. Schon die Frage, ob es möglich ist, irgendwann wieder nach Hause zurückzukehren. Der Gedanke an diese Möglichkeit hat noch immer Einfluss auf ihre Entscheidungen und ihren Lebensweg. Auch auf die Beziehung zu Körper und Sex, und besonders auf die Gefühle rund um das „erste Mal fernab der Heimat.“ D. ist Ende zwanzig und kam freiwillig nach Berlin. Sie erzählt, dass sie in ihrem Heimatland nie auch nur an einen One-Night-Stand mit einem Mann gedacht hätte, mit jemandem, den man danach nie wiedersieht. „Das hat verschiedene Gründe“, erklärt sie. „Einer davon ist, dass die Gesellschaft, aus der ich komme, sehr überschaubar ist und solche Geschichten einen auf Schritt und Tritt verfolgen können.“ Zwar weiß D. heute, dass auch in deutschen Großstädten eine gesellschaftliche Überwachung von sexuellen Beziehungen stattfindet. Für sie als Migrantin aber gelte die soziale Kontrolle schlicht nicht. Sie wird in dieser Hinsicht gesellschaftlich kaum wahrgenommen. „Das macht es mir möglich, herauszufinden, was das Richtige für mich ist“, sagt sie. Durch die Entscheidungsfreiheit entsteht die Möglichkeit, Grenzen zu setzen – oder aufzubrechen. „Das alles hat viel mit meinem Konzept von Freiheit und Unabhängigkeit zu tun. Mit meiner Beziehung zu meinem Körper und eben auch damit, dass ich ihn mit anderen sexuell erkunden kann.“

In meinen eigenen ersten Wochen in Berlin nahm ich an einer Abschlussparty für irgendeine Konferenz teil. Wir beschlossen dort, unsere Gesichter mit Glitzercreme zu bemalen. Als die Feier vorüber war, nahm ich den Zug nach Hause, ohne mir das Gesicht zu waschen. Ich war sehr überrascht, dass niemand mich anstarrte – man warf mir nicht einen einzigen schiefen Blick zu! Diese Überraschung brachte mich zum Nachdenken. Den Gedanken führt S. in einem anderen Kontext fort. Sie ist Mitte zwanzig und kam vor drei Jahren nach Berlin. Ihr erstes Mal hier fand in der Wohnung eines Mannes statt, den sie gerade kennen gelernt hatte. Als sie sein Haus verließ, hatte sie Angst, dass jemand sie sehen könnte. „Beschämt“ beobachtete sie die Gesichter von Passanten. Diese Angst bezieht S. nicht allein aufs Schamgefühl beim Thema Sex, sondern auch auf die politische Realität, die derzeit in ihrem Land herrscht. „Die Angst davor löst sich nicht einfach in Luft auf“, sagt sie. „Aber sie verwandelt sich in den Wunsch, all das zu tun, was vorher verboten war – alles, was wir unseren Körpern und Gedanken vorher nicht erlaubt haben.“

Ohne Hemmungen über Sex sprechen

A., Mitte zwanzig, spricht über ein Gefühl der „Schande“, das sie auf dem Heimweg nach ihrem ersten Mal in Deutschland empfand. „Ich ging nach Hause, rannte auf mein Zimmer und schloss die Tür.“ Sie schämte sich fürchterlich und hatte Angst, dass jemand von ihrer Nacht erfahren könnte und dass niemand sie mehr lieben würde, weil sie keine Jungfrau mehr war. Heute schaut sie voller Mitleid auf das Mädchen von damals zurück. „Ich möchte sie einfach nur umarmen“, sagt sie. Sie empfände Mitgefühl für alles, was junge Frauen ertragen müssen, die nicht frei über ihren Körper bestimmen können. „Ich hätte nie gedacht, dass mal der Tag kommt, an dem ich ohne Hemmungen in einem Café mit meinen Freundinnen über Sex spreche“, sagt sie. „Ganz zu schweigen von einem Interview für die Presse.“

Verschiedenste Faktoren können verändern, wie Frauen ihren Körper wahrnehmen, und eine Vielzahl von Erfahrungen kann die Tür für neue Fragen öffnen: Fragen an sich selbst, an die Gesellschaft und an das System. Auch Fragen, die zu konkreten Veränderungen führen: gerade im Blick auf weibliche Selbstbestimmung. Denn Frauen haben das Recht, alles zu tun, was legal ist und sich richtig für sie anfühlt – selbst wenn ihre Wahl auf etwas fällt, das bislang nicht den Normen entsprach. Warum sollten wir darauf verzichten, nur weil wir als Frauen in eine ungerechte Welt geboren wurden? In der kurzen Zeit, die ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, hat mich vor allem das Gefühl der Stärke beeindruckt, das in den Fragen meiner Gesprächspartnerinnen ruhte. Besonders in Momenten, in denen sich etwas veränderte. Wenn ihnen klar wurde, wie wichtig es ist, das zurückzugewinnen, was einzig ihnen selbst gehört: ihr Körper.

الجسد والجنسانية بعيداً عن „البيت“

يمنحنا البُعد عن „البيت“ وأقصد به هنا المكان المألوف الذي عشنا فيه فترة طويلة وألفنا قوانينه المجتمعية وتفاصيلها، مساحة جديدة لمعرفة الذات ومعرفة الجسد أيضاً، خاصة عندما نكون واعيات لذلك، وهذه المعرفة تتجسّد بصورٍ مختلفة بكوننا نساء أيضاً بعيدات عن „أمان البيت“، حتى لو لم يكن أمانًا بالفعل، وغريبات في أمكنة جديدة وتجارب تتوسّع مع الزمن والجاهزية للمغامرة التي تدفعنا إليها غرائزنا البشريّة الطبيعيّة، تلك التي يرتكز منها على الفضول والاكتشاف، والتي لربما تأخذ مسارات مختلفة وجديدة لم نكن لنعرفها في „بيوتنا“ من قبل، وإن عرفنا بوجودها كنا نخاف أن نسير بها وإليها، وإن فعلنا لكان المسار على الأرجح سريًا.

هذه المرّة أتطرق إلى لحظات غيّرت علاقة نساء بأجسادهن بعد الهجرة، أو اللجوء اللذين أفضيا إلى الابتعاد عن البيت كما عرّفناه. إدراكنا لأجسادنا، بأنها موجودة، حيّة، غير مراقبة، بإمكاننا أن نتأملها في المرآة بلا خجل، وأن نعيد تعريف الجمال فيها، هذه الأجساد التي لها حاجتها الطبيعيّة الأولى من ذلك „التابو“ الأبديّ الذي يُسمّى الجنس. وكيف يختلف البعد عن „البيت“ ضمن أي سياق على حاجات الجسد والعلاقة معه خاصة في ظلّ الموروث الجندري القامع لجسد المرأة وما يتصل به بعيداً عن تلبيته لرغبات الرجل.

في حديث إلى مجموعة من النساء اللواتي يعشن في برلين، منهنّ من لجأت إليها طوعًا ومنهن قسرًا. ونوعيْ اللجوء هذين، يؤثران بالضرورة على تجربة كل امرأة بمستويات عديدة، على الأقل، إمكانية العودة إلى „البيت“ وعدمها، وهذه الإمكانية ما زالت تؤثر على مسارات حيواتهن، قرارتهن وخياراتهن بالحياة، ومنها تلك المتعلّقة بموضوعنا هنا، العلاقة مع الأجساد والجنس، وتحديدًا هنا شعور ممارسة الجنس لأوّل مرة „بعيدًا عن البيت/ الوطن“.

في حديث مع (د.)، وهي في أواخر العشرينات من عمرها، لجأت من بلدها طوعًا، قالت: „هذه المساحة، لم تكن متوفّرة في بلدي أبدًا، لم يكن من الممكن حتى أن أفكر بممارسة الجنس مع شاب لليلة واحدة فقط، ومن ثم لا أرى وجهه في اليوم التالي، لأسباب عديدة، منها أن بلادنا صغيرة وهذه القصص ستلاحقك أينما ذهبت. هذا الاكتشاف لي كمهاجرة، كان أساسيًا في مدينة كبيرة، حتى بوجود رقابة مجتمعيّة على العلاقات الجنسية هنا، أشكالها وعددها، لكن هذه الرقابة علاقتها بنا كمهاجرات مختلفة، وبالتالي غير مفروضة، ويمكننا عندها أن نحدد ما يناسبنا والدفاع عنه وعن الحدود أو عدمها التي نختارها، لذا أجد أن الموضوع مرتبط بمفهومي عن الحرية والاستقلاليّة بعلاقتي مع جسدي، بكل ما أستطيع أن أفعل به وكذلك اكتشافه جنسيًا مع الآخرين.“

في الأسابيع الأولى لانتقالي إلى برلين، شاركت في حفلة اختتاميّة لمؤتمر ما، وقررنا فيها أن نلوّن وجوهنا بكريمات لامعة. بعد انتهاء الحفلة أخذت القطار متوجّهة إلى بيتي بما كان عليه من زينة. كنت مندهشةً أن لا أحد ينظر إلى وجهي باستغراب، ولا من يتأملني للحظات حتّى، كنت أنا من تتأمل غياب النظرات عنها! امتدادًا لنفس الفكرة وبسياق مختلف، تقول (س.)، وهي في منتصف العشرينات، لجأت إلى برلين قبل ثلاثة أعوام، أنها عندما مارست الجنس لأوّل مرة في المدينة حصل ذلك في بيت الرجل، وعندما غادرت عائدة إلى بيتها، كانت خائفة أن يراها أحد، وكانت تراقب وجوه المارّة „خجلًا“. لا تربط (س.) هذا الخوف بالرقابة المجتمعية على العلاقات الجنسية وأجساد النساء فقط، إنما أيضًا بالواقع السياسي الذي عاشته في بلادها، وعلى هذا تقول: „مع الوقت، لا يتبدد الخوف فقط وحسب، بل يتحوّل إلى رغبة بممارسة كل ما مُنعنا عنه قسرًا أو برقابتنا الذاتيّة على أجسادنا وأفكارنا“.

تتحدّث (أ.)، وهي في منتصف العشرينات أيضا عن شعور بالعار عندما مارست الجنس لأوّل مرة وتقول: „عدت إلى البيت وركضت باتجاه الغرفة وأغلقت الباب. كانت صورة والدي ترافقني طوال الوقت، كنت أشعر بالخجل والعار والخوف بأن يكتشف ذلك بشكل ما، أو أن يرفض أحد أن يحبني لأنني لم أعد عذراء. أشعر الآن بعد سنوات بالعطف على تلك الفتاة، أي على نفسي، وما شعرت به آنذاك، وأرغب بأن أحضنها… وبالعطف أيضاً على ما يجب على الفتيات أن تحمل من ثقل بقلوبها جراء تعامل المجتمعات مع أجسادهن. بموازاة ذلك، لم أكن لأتوقع يومًا بأن تأتي لحظة أتحدث فيها عن الجنس براحة أمام صديقاتي ونحن في مقهى أو حتى في مقابلة صحافيّة“.

هنالك عوامل كثيرة تؤثّر على تغيير نظرة النساء إلى أجسادهن والجنس، وتجارب عديدة بإمكانها أن تفتح بابَ الأسئلة على الذات أو على المجتمع أو الأنظمة وغيرها. هنالك أسئلة تختار الفتاة/ المرأة أن تبقيها لنفسها، سواء تُرجم ذلك بقبولهن للواقع أو بالغضب عليه بأشكال عديدة، وهنالك أسئلة تدفعها للتغيير، حتّى لو كان تغييرًا ذاتيًا فقط ورؤيتها الخاصّة لجسدها وملكيتها الكاملة عليه، وكل طريق شرعي ومفهوم من حق الفتاة أن تختاره، حتى لو يقع الاختيار ضمن تركيبة جندريّة غير عدالة وُلدنا فيها وتُلاحقنا، نتأثر بها عن وعي أو غير وعي. وفي بحثي القصير هذا، ومن خلال محادثاتي مع النساء، كان من أجمل ما لمسته، في سياق الحديث عن الأجساد والجنس، هو شعورهن بأن القوة تكمن بالأسئلة، خاصّة باللحظات التي يشعرنَ فيها بالتغيير، وبأهمية استعادة ملكيتهن الطبيعيّة على ما يملكنه هن فقط: أيّ أجسادهن.

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